RLP Stiftung Kultur

RLP

Freitag, 27. Oktober 2017, 19.00 Uhr - "Ateliergespräch", Künstlerhaus Edenkoben

Anett Frontzek, derzeitige Stipendiatin des Künstlerhauses im Gespräch mit Prof. Dr. Beate Reifenscheid, Direktorin des Ludwig Museum im Deutschherrenhaus, Koblenz


Anett Frontzek

RECHERCHE ALS KÜNSTLERISCHE HALTUNG

Man könnte Anett Frontzeks Vorgehen als das einer Forscherin in der Welt bezeichnen. In ihren Arbeiten untersucht sie systematisch urbane, architektonische, geologische oder soziologische Strukturen. Zur Bearbeitung ihrer thematischen Fragestellungen greift sie auf wissenschaftliches oder statistisches Material in Datenbanken, auf Fundstücke in Archiven vor Ort oder auf Hinweise in Medienberichten zurück. Diese Materialien dienen ebenso als datengebende Basis wie kartographisches Material, das sie mitunter auch im Original bearbeitet. Anett Frontzeks Untersuchungen beziehen sich immer auf reale Gegebenheiten, entstehen unter dem Einfluss des Ortes und ihrer vor Ort geführten Recherche. Anett Frontzek erfindet nicht – sie findet. Indem sie mit unterschiedlichen formalen Mitteln wie Zeichnung, Skulptur, Papierschnitt oder Künstlerbuch die gefundenen Zeichen und Strukturen wiedergibt, macht sie nicht nur die Konstruiertheit der untersuchten Systeme sichtbar, sondern verleiht vielmehr den einzelnen Elementen eine eigene Bedeutung, die nichts mehr mit dem ursprünglichen System zu hat, und unerwartete Sichtweisen eröffnen.

Anett Frontzek, geboren 1965 im Niedersächsischen Uelzen, studierte an der Kunsthochschule Kassel Freie Kunst und verlegte 2009 ihr Atelier ins Künstlerhaus Dortmund. Seit 1993 fördern Arbeitsstipendien und Kunstpreise in Deutschland und Europa die Entwicklung ortsbezogener Werkzyklen. Ihre Arbeiten sind in öffentlichen Sammlungen in Europa, Südafrika und den USA vertreten.

Eintritt: 7 Euro/4 Euro (ermäßigt für Schüler und Studenten)



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